In an interview with “Vatican Insider” the eldest of the Catholic Church's cardinals says Francis’ pontificate “is bringing the world closer to the faith”
In an interview with “Vatican Insider” the eldest of the Catholic Church's cardinals says Francis’ pontificate “is bringing the world closer to the faith”
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Zur Vorbereitung der weltweiten Synode zur Familie, die im Oktober in Rom stattfindet, befragten die Bischöfe im Dezember die Gläubigen in der Schweiz über ihre Erfahrungen, Anregungen und Kritiken zur kirchlichen Familien-, Ehe- und Partnerschaftspastoral. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.
23‘636 Antworten, die bis Anfang Januar eingegangen sind (drei Viertel online, übrige Papierversion), sind Grundlage der Berechnungen.
Die Auswertung der Umfrage hat erst begonnen, dennoch lassen sich deutliche Trends darstellen.
Die kirchliche Eheschliessung ist durchgängig wichtig (80 Prozent). Der Wunsch, die eigene Paarbeziehung auch religiös zu gestalten und die Dimension des Religiösen bei wesentlichen Lebensentscheidungen einzubeziehen ist deutlich.
Der sehr grosse Wunsch nach einer christlichen Erziehung der Kinder bildet den höchsten Zustimmungswert der gesamten Pastoralumfrage (97 Prozent) !
Der Glaube spielt im Bereich der Familie und in der Kindererziehung eine grosse Rolle, auch wenn die Eltern dies nicht immer ausdrücklich formulieren (können). Ein kirchenstatistischer Beleg für die hohe Bedeutung des Glaubens im Bereich der Familie ist die Taufe, die in der Schweiz immer noch eine sehr hohe Zustimmung findet.
Für die Kirche sind diese zwei Aussagen eine grosse Chance für die Vermittlung ihrer religiösen Kernbotschaft.
Aber – dennoch ist nicht alles gut.
Diese grundsätzliche Offenheit für Religion und Glaube geht keinesfalls mit einer kritiklosen Zustimmung zur kirchlichen Lehre über die Familie, über die Ehe und über die Sexualität einher.
Ein sehr grosser Konsens zeigt sich im Unverständnis und in der Ablehnung gegenüber der offiziellen Lehre, geschiedene Wiederverheiratete nicht zu den Sakramenten zuzulassen. Die überwiegende Mehrheit (knapp 90 Prozent) teilt den Wunsch nach einer kirchlichen Anerkennung und Segnung deren Partnerschaften.
Prioritäres Anliegen an die Bischöfe und an die Kirche in der Schweiz ist der Wunsch nach Überwindung der ausschliessenden und als unbarmherzig und unchristlich verstandene Praxis im Umgang mit geschiedenen Wiederverheirateten. Diese wird von den Befragten aus religiösen Gründen und mit ausdrücklichem Bezug auf christliche Kernaussagen zurückgewiesen.
Eine Mehrheit von gut 60 Prozent der Umfrageteilnehmenden unterstützt den Wunsch nach einer kirchlichen Anerkennung und Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Anders als bei der Frage der geschiedenen Wiederverheirateten gibt es hier aber keinen Konsens, sondern eher eine Polarisierung. Klarer Zustimmung steht ebenso entschiedene, wenn auch zahlenmässig geringere, Ablehnung einer kirchlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften gegenüber.
Für die Kirche und für die Kirchenleitung stellt sich hier die schwierige Aufgabe, eine Lösung zu finden, die dieser Differenz der Auffassungen gerecht wird und den seelsorglichen Bedürfnissen der lesbischen und schwulen Paare, denen die religiöse Gestaltung und Anerkennung ihrer Paarbeziehung ein wichtiges Anliegen ist, entgegen kommt.
Die Antworten auf die Frage nach künstlichen oder natürlichen Verhütungsmethoden zeigen die lange bekannte dramatische Differenz zwischen Lehramt und den Umfrage-Teilnehmenden. Das lehramtliche Verbot der künstlichen Methoden der Schwangerschaftsverhütung steht fernab zur Praxis und zu den Auffassungen der allermeisten Katholikinnen und Katholiken.
Zwar geben die meisten Katholikinnen und Katholiken an, die kirchlichen Positionen zu Sexualität, Partnerschaft, Ehe und Familie zu kennen, aber wenn sie nach der Zustimmung zu dieser Lehre gefragt werden, dann zeigt sich eine eher skeptische Haltung. Die Vorbehalte gegenüber der Lehre der Kirche sind sehr deutlich.
Setzt man diese kirchenkritischen Ergebnisse mit dem grundsätzlichen Wunsch zu einer auch kirchlich-religiös geprägten Partnerschaft, Ehe und Familie ins Verhältnis, zeigt sich die dringende Notwendigkeit, den Status der kirchlichen Lehre über die Familie in Kirche und Seelsorge neu zu bewerten.
Die Verabsolutierung einzelner Normen und Vorgaben der Kirche gegenüber konkreten Lebenserfahrungen und Lebenssituationen der Menschen muss aufgebrochen werden. Forderungen seitens der Kirche, nach denen Katholikinnen und Katholiken den konkreten Normen und Verhaltensvorgaben der Kirche unbedingten und kritiklosen Gehorsam zu leisten haben, schaden schlussendlich der Kirche in ihrem Anliegen, den Menschen die zentraleren und wichtigeren Aspekte ihrer Botschaft zu vermitteln.
Nicht zuletzt sollte das Wissen um das Missverhältnis zwischen der Offenheit vieler Gläubiger für eine religiöse Prägung von Partnerschaft, Ehe und Familie einerseits und ihrer Ablehnung und ihrem Unverständnis gegenüber weiten Teilen der Lehre andererseits bei der Entwicklung pastoraler Angebote berücksichtigt werden. Gerade die Ehevorbereitung erhält insgesamt in der Umfrage kein gutes Zeugnis. Sie wird als zu wenig hilfreich für das Ehe- und Familienleben gesehen.
Schliesslich zeigt die Umfrage, dass die Kirche kaum als hilfreich gesehen wird, wenn es in Ehe und Familie zu Krisen kommt. Hier scheint es, dass das hohe Ideal der kirchlichen Lehre den Blick auf die Realität verstellt und die Ansprechbarkeit ausgerechnet erschwert für die Menschen, die Unterstützung brauchen würden.
Eines der sehr erstaunlichen Ergebnisse der Untersuchung ist die ausgesprochen hohe Übereinstimmung im Antwortverhalten ganz unterschiedlicher Gruppen: Junge und Alte, Männer und Frauen; deutsch-, französisch- und italienischsprachige Teilnehmende – es gibt faktisch keine nennenswerten Abweichungen im Antwortverhalten. In keiner Frage öffnet sich ein Generationenkonflikt, es gibt keinen Kampf der Geschlechter, keinen Röstigraben, keine bedeutsame ökumenische Differenz zwischen den christlichen Konfessionen und auch keine relevante Unterschiedlichkeit der Antworten aus der Schweiz und aus dem Ausland.
Wir stehen erst am Anfang der Auswertung. Für die weitere Analyse der Ergebnisse wird das SPI konkrete pastorale Fragestellungen zur Grundlage nehmen. Beispielsweise wäre es möglich, eine zielgruppenspezifische Auswertung vorzunehmen, um pastorale Angebote passender zu gestalten.
SPI - Schweizerisches Pastoralsoziologisches Institut
Ergebnisse der Online-Befragung (1.86 MB)
Thesen von Bischof Markus Büchel anlässlich der Medienkonferenz vom 4. Februar (42.69 kB)
Beitrag von Weihbischof Denis Theurillat an der Medienkonferenz vom 4. Februar (59.27 kB)
Synthese der diözesanen Umfragen unter Seelsorgenden und Experten(596.43 kB)
Dieses Communiqué als PDF (105.07 kB)
Auftrag und Ziel des SPI
Das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) ist ein Forschungsinstitut, das von der katholischen Kirche in der Schweiz getragen wird. Sitz des Instituts ist St. Gallen.
Das SPI untersucht den sozialen, kulturellen und vor allem religiösen Wandel in der gegenwärtigen Gesellschaft. Die Erkenntnisse und Ergebnisse dieser Forschung dienen gleichzeitig als Grundlage für die Entwicklung von Konzepten und Perspektiven für die pastorale Planung und Praxis der katholischen Kirche in der Schweiz.
Die Verbindung der Grundlagenforschung mit der konzeptionellen Entwicklung und Beratung für die pastorale Arbeit in der Schweiz ist ein wesentliches Ziel des SPI.
Adresse und Kontakt:
Schweizerisches Pastoralsoziologisches Institut, SPI
Dr. Arnd Bünker, Institutsleiter
Gallusstrasse 24
Postfach 1926
9001 St. Gallen
Tel 0041 / 71 228 50 90
Fax 0041 / 71 228 50 99
The Swiss have a long history of direct political participation and politics by referendum. In line with this tradition the bishops did not give their own answers on behalf of the people, but asked the people directly: they put a simplified version of the questionaire online. The following is taken from the website of the Swiss bishops.
Survey on the Pastoral Situation With Respect to Partnerships, Marriages, and Families of the Catholic Church in Switzerland - Results
February 4th, 2014
Who Participated in the Survey?
First Results:
Number One Issue:
Recognition of Same Sex Partnerships by the Church - No Broad Consensus:
60% want the Church to recognize and bless same sex partnerships. But instead of a broad consensus there is increasing polarization.
The Church and the leadership of the Church face the difficult situation of finding a solution that does justice to these diverging convictions and to meet the pastoral needs of lesbian and homosexual couples with strong wishes for having a religious component in their relationships and having their relationships recognized.
Permanent Issue: Birth Control
The dramatic gap between respondents and Magisterium on this issue shown by the survey has been well known for a long time. The prohibition of artificial methods of birth control is far removed from the current practice and views of most Catholics.
Scepticism About the Church Teaching on Family:
Most Catholic claim to be familiar with Church Teaching on sexuality, partnership but show clear reservations and do not express an overall agreement.
Perpectives for the Church:
While there is strong criticism of the Church there is also a basic desire for religion and church having a part in partnerships, marriages and families. These two positions stand in relation and in tension to each other. They point to the urgent need to re-assess the status that the Church Teaching on the family has in the Church and in the pastoral activities.
The specific lived experiences and lived situation of the people stands in contrasts with efforts to hold up individual norms and laws of the Church as absolute. The demands of the Church for unchallenged acceptance and unconditional obedience to its norms and rules of behavior are damaging the efforts of the Church to impart to the people the more central and more important aspects of its message.
The knowledge about the disparity between the openness among many of the faithful towards a religiously imprinted partnership, marriage and family on the one side and their rejection and incomprehension towards large parts of the Teaching on the other side has to be taken into account when developing pastoral programs. Specifically, the survey shows bad marks for the marriage preparation courses. They are not considered helpful for marriage and family life.
The survey also shows that the Church is not considered helpful when it comes to crises in marriage and family life. It seems that the high ideals of the Church Teaching block the view of reality and make it more difficult to communicate with those most in need of support.
Widespread Concurrence:
A surprising result of the survey is the very high conformity in the responses from quite different groups: young and old, men and women, German-, French- and Italian-speaking participants. There are really no significant differences to be found in the way these groups responded. There is no evidence of a generational conflict, no gender conflict, no conflict between the German-speaking and the French-speaking parts of Switzerland, no discrepancy between the different denominations and not significant difference between responses from Switzerland and responses from abroad.
Perspectives For Further Evaluations:
We are only at the beginning of the evaluation. In the further analysis SPI will focus on specific pastoral questions. It might be possible to identify target group specific differences that allow a better focus in the preparation of pastoral programs.
SPI:
The SPI is the Swiss Institute for Pastoral-Sociology (Schweizerisches Pastoralsoziologisches Institut). It is a research institute financed by the Catholic Church of Switzerland. It is located in St. Gall.
The SPI investigates the social, cultural, and especially religious transformations in today's society. The findings and results of this research serve as a basis for the development of concepts and perspectives for the pastoral planning and practices in the Catholic Church in Switzerland.
A main goal of SPI is to ty its research into the fundamentals in with the development of advisory services and concepts for the pastoral work in Switzerland.
Address and contact:
Schweizerisches Pastoralsoziologisches Institut, SPI
Dr. Arnd Bünker, Director
Gallusstrasse 24
P.O. Box 1926
CH-9001 St. Gallen
Tel 0041 / 71 228 50 90
Fax 0041 / 71 228 50 99
Translated by Bernie Aurin from German as published on the website of the Swiss bishops:
http://www.bischoefe.ch/dokumente/communiques/umfrage-zur-familienpastoral-ergebnisse
Bishop Robert Lynch writes:
At the beginning of December, I announced in these pages and in a letter sent to all of our parishes and missions that our diocese would welcome any input from the faithful as they might wish to the questions sent by the Holy See at the request of Pope Francis on marriage and family life in our day.
Over 6,800 people responded, taking time to fill out the survey, often taking significant additional time to add comments to the online version or by filling out the survey on paper and submitting it (written submissions were subsequently entered into the online survey). What Gallup, Pew or the other polling companies would give for nearly 7,000 participants in what was basically an opinion poll!
The timeline was short, too short, but all the responses were received, reviewed by members of the Diocesan Pastoral Council, results shared with the Presbyteral Council and then in mid-January forwarded by me to the appropriate office in Rome which is planning for the two synods which will discuss marriage and family life in our day in October of this year and October of 2015.
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